Methodik4 Min. Lesezeit

Gap-Analyse oder Mock-Audit? Wann was den Unterschied macht

Beide Methoden gehören zur Audit-Vorbereitung, lösen aber verschiedene Probleme. Wann eine Gap-Analyse reicht, wann ein Mock-Audit nötig ist — und warum die Reihenfolge zählt.

Von Rainer Hampicke · Hampa Core Quality

Gap-Analyse: den Abstand messen

Eine Gap-Analyse vergleicht systematisch den Ist-Zustand mit den Anforderungen des Zielstandards (ASPICE, VDA ISA, IATF). Ergebnis ist eine priorisierte Lückenliste mit Maßnahmen — sie sagt, was fehlt und was zuerst angegangen werden sollte.

Sie ist der richtige Einstieg, wenn der Reifegrad unklar ist oder ein Termin noch weiter entfernt liegt. Die Diagnose-Stufe von HCQ ist im Kern genau das: eine kompakte Gap-Analyse mit Risikoeinschätzung.

Mock-Audit: den Ernstfall proben

Ein Mock-Audit simuliert die reale Assessment-Situation: Interviews, Dokumentenprüfung, kritische Nachfragen unter Zeitdruck. Es testet nicht nur die Artefakte, sondern auch, ob das Team seine eigene Argumentationskette souverän erklären kann.

Es ist sinnvoll, wenn die Lücken weitgehend geschlossen sind und ein konkreter Audit-Termin näher rückt. Häufige Erkenntnis: Die Dokumente stimmen, aber die mündliche Erklärung im Interview wackelt — und genau das bewertet ein Assessor mit.

Die Reihenfolge

In der Praxis bewährt sich: erst Gap-Analyse (1.900 €, voll auf die Jahreslizenz anrechenbar), dann Maßnahmen, dann Mock-Audit kurz vor dem Termin. Optionale Beratertage (1.500 €/Tag) decken Begleitung am Assessment-Tag und CAPA-Nachbereitung ab.

Das Wichtigste in Kürze
  • Gap-Analyse misst den Abstand zum Standard und priorisiert Maßnahmen.
  • Mock-Audit probt den Ernstfall inklusive Interviews und Nachfragen.
  • Bewährte Reihenfolge: Gap-Analyse → Maßnahmen → Mock-Audit kurz vor dem Termin.
Rainer Hampicke, Gründer von Hampa Core Quality

Über den Autor

Rainer Hampicke

Rainer Hampicke ist Gründer von Hampa Core Quality. Er bringt über 25 Jahre Erfahrung in der Automobilindustrie mit — frühere berufliche Stationen u. a. bei ZF, Johnson Controls und Kautex Textron. Heute begleitet er Zulieferer und Deep-Tech-Unternehmen persönlich als strategischer Berater zur Audit-Readiness.

Konkreter Fall statt Theorie

Steht ein Assessment an? Lassen Sie uns über Ihren Fall sprechen.

Dieser Artikel ist allgemeines Praxiswissen, keine Rechts- oder Zertifizierungsberatung. Im Erstgespräch klären wir Scope, Reifegrad und den schnellsten Weg zur Audit-Readiness — persönlich von Rainer Hampicke.